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Beitrag von Karin Jacobs und Michael Passlack

Erst stirbt die Biene – dann der Mensch?

Das weltweite Artensterben entwickelt sich ausgesprochen dramatisch: Die für den alle zwei Jahre erscheinenden „Living Planet Report“ des WWF berücksichtigten Populationen von Tieren, Vögeln und Fischen sind damit seit 1970 um fast 70 Prozent geschrumpft. Schuld daran ist laut Wissenschaftlern besonders die Vernichtung von Wäldern und die Ausbreitung der Landwirtschaft. [1]Nicht enthalten sind in dem Bericht Insekten, die ähnlich stark von der Einschränkung ihres Lebensraums betroffen sind. Beispielsweise wird seit vielen Jahren ein globales Sterben von Bienenpopulationen verzeichnet, das in diesem Beitrag angesprochen werden soll. [2]

Neben den Honigbienen gibt es über 500 Arten von Wildbienen, von denen 60 Prozent vom Aussterben bedroht sind. [3]
Für dieses Bienensterben sind wir Menschen verantwortlich, bei den Honigbienen auch die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe. [4]
Die Landwirtschaft verwendet weiterhin extrem schädliche Pestizide und wir verringern den Lebensraum der Bienen immer weiter durch das Abschaffen von Blühflächen. [5]

Bienen sind wichtige Helfer um unsere Ernährung zu sichern, da sie zur Bestäubung von Nutzpflanzen gebraucht werden. Die jährliche „Bestäubungsleistung“ der Insekten wird allein in Deutschland auf einen Wert zwischen zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden Euro. [6]

Wir alle können etwas tun, um das Bienensterben aufzuhalten. Hier einige Beispiele:

Das Abschaffen von Steingärten und Wiedereinrichten von insektenfreundlichen Blühflächen, in denen auch als Nistplatz Totholz oder alternativ ein Insektenhotel nicht fehlen sollte. [7]

Zudem helfen Balkonkästen mit blühenden Pflanzen. Darüber hinaus wäre es natürlich hilfreich, wenn wir zukünftig Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft kaufen und weniger tierische Produkte konsumieren. [8] [9]

Es liegt folglich im ureigenen Interesse der Menschheit, ihre Einstellung zum Artensterben zu überdenken.

Quellen/Fußnoten:

[1] https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wwf-bericht-zum-artensterben-wir-verlieren-die-vielfalt-des-lebens-auf-der-erde-a-74c5dcf5-2f6a-4acb-ac1a-27d7b0dadc47

[2] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/13676.html

[3] https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/bienenkunde/bienensterben—eine-differenzierte-betrachtung-165520.html

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Varroamilbe

[5] https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/bienen-und-pestizide/

[6] https://de.euronews.com/2019/11/22/bienen-ein-bestechender-wirtschaftsfaktor

[7] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html

[8] https://www.ndr.de/ratgeber/garten/zierpflanzen/Pflanzen-fuer-Bienen-Hummeln-und-Schmetterlinge,pflanzen1236.html

[9] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ökologische_Landwirtschaft#:~:text=Der%20Begriff%20ökologische%20Landwirtschaft%20bezeichnet,Haltung%20von%20Tieren%20ermöglichen%20sollen

 

 

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